So funktioniert’s

Tischeishockey: So funktioniert´s

Ausstattung
An die Platte, fertig, los. Denkste! Vor dem ersten Stoß gibt’s einige Formalitäten zu klären. Zunächst wird ein handelsüblicher Tisch benötigt, dazu zwei Stühle für die Aktiven, bei Meisterschaftsspielen einen dritten für den Schiedsrichter. Der arme Kerl soll’s ja auch bequem haben. Dann wird die Platte ganz eben ausgerichtet (Profis haben eine Wasserwaage parat). Wer dann feststellt, dass weder Münzen (für jeden der beiden Spieler je fünf Zwei-Cent-Stücke) noch Puck (ein Ein-Cent-Stück) vorhanden sind, kann gleich einpacken. Weitere unerlässliche Utensilien: Zwei flache Lego-Bausteine mit acht Noppenb Mehr dazu später.

Kosmetik
Wenn Sie bisher keine Berührung mit Gleitpulver hatten – beim Tischeishockey kommen Sie um den Erwerb des Wundermittels nicht herum. Vor jedem Spiel wird das feine Pulver mit einem Kosmetikpinsel auf der Platte verteilt. Nur so flutscht’s richtig. Hinweis:Unser Gleitpulver gibt’s nicht in Apotheken oder Drogerien sondern ausschließlich im Spiele-Fachhandel.

Aufstellung
Vor dem ersten Stoß heißt es: Aufbauen! Und zwar korrekt. Es gibt viele Möglichkeiten, ins Spiel zu starten. Grundsätzlich gilt: Erst formiert der verteidigende Akteur seine fünf Spieler, dann darf der Angreifer (er hat den ersten Stoß) sein Team auf der Platte verteilen. Wichtig ist: Das Tor muss dicht sein. Unser Beispiel zeigt die von den meisten Spielern praktizierte Variante.

Anstoß
Der erste große Auftritt des Schiedsrichters: Gekonnt wirft er den Puck in die Luft. Gelb oder Ähre? Der Spieler, der die Wahl gewinnt, hat Anstoß. Und der geht so: Puck und eine eigene Münze in den Mittelkreis legen, zielen, treffen. Die Zeit (2 x 10 Minuten) läuft, das Match beginnt.

Foul
Fair geht vor. Das gilt auch beim Tischeishockey. Dennoch kann es zu Fouls kommen. Wenn ein Spieler mit seiner Münze nicht den Puck, dafür aber eine gegnerische Münze berührt, gibt’s Freistoß. Ehrensache, dass der foulende Spieler seinen Verstoß sofort zugibt. Diskutiert wird nicht. Foul ist Foul. Dann geht es mit Freistoß weiter. Der Puck kann unmittelbar vor die gefoulte Münze gelegt werden – oft eine große Chance, ein Tor zu erzielen.

Penalty
Ein Foul im Strafraum des Gegners tut besonders weh. Dann gibt es Penalty! Ausschlaggebend ist, wo die gefoulte Münze liegen bleibt. Die Linien gehören noch zum Strafraum. Das Spiel wird wie folgt fortgesetzt: Der angreifende Spieler legt den Puck auf den Mittelpunkt und die gefoulte Münze in die Mitte seiner Strafraumlinie. Alle anderen Spieler müssen aus der Schussbahn. Kleiner Trost für den abwehrenden Spieler: Er darf die beiden am dichtesten bei seinem Tor liegenden Münzen direkt neben die Torpfosten platzieren und so das Tor verkleinern. Danach kann er nur noch hoffen, dass der Angreifer den Penalty versemmelt.

Taktik
Volle Pulle drauf. Klingt gut, ist aber schlecht. Wer so spielt, fliegt bei Turnieren früh raus. Wer was werden will im Tischeishockey, muss taktisch agieren. Deshalb empfiehlt sich, gelegentlich eine Münze zurück zu ziehen. Ein Rückzug in die eigene Hälfte, ohne dabei den Puck zu berühren, ist jedoch nur einmal erlaubt. Der nächste Spielzug muss wieder dem Puck gelten oder in der Spielfeldhälfte des Gegners abgeschlossen werden. Wird gegen diese Regel verstoßen, fliegt die zuletzt gespielte Münze raus. Bis zum nächsten Tor. Auch hier ist Ehrensache: Bemerkt ein Spieler seinen Verstoß, nimmt er die Münze freiwillig raus.

Abwehrarbeit
Mauern zählt nicht. Mehr als drei eigene Münzen darf ein Spieler nicht in seinem Strafraum versammeln. Spielt er eine vierte zurück, fliegt diese raus. Bis zum nächsten Tor. Hat einem allerdings der Gegner eine vierte Münze in die Abwehrzone bugsiert, geht’s normal weiter.

Tor
Das Gelbe muss ins Eckige. Jubel ist aber nur angebracht, wenn der Puck ins Tor flitzt, ohne mehr als eine gegnerische Münze mitzureißen. Fliegen zwei oder mehr mit in den Kasten, dürfen allesamt wieder auf die Torlinie gelegt werden und es gibt Abstoß. Von seinen eigenen Münzen darf der Angreifer beliebig viele mit ins Tor befördern. PS: Eigentore zählen immer.

Spielanalyse
Nach zwanzig Minuten ist alles vorbei. Fast alles. Ehrensache, dass nach einem hart umkämpften Match noch die wichtigsten Spielzüge rekapituliert werden. Am Besten bei einem Bier. Die dritte Halbzeit ist auch beim Tischeishockey die schönste.